Gedanken

Ich bin nicht asozial, ich bin nur anders!

Ist es euch schon mal aufgefallen? Viel zu oft wird im Internet, im Fernsehen und auch in so manchen Gesprächen die jeder von uns mal führt, das Wort asozial verwendet. Doch woher kommt das eigentlich, woher kommt das Wort und ab wann ist ein Mensch asozial? Ab wann wird ein Mensch in unserer Gesellschaft als asozial angesehen?

 

Viele Erwachsene und Jugendliche finden es, so  scheint es zumindest es super lustig, angesagt oder auch cool das Wort asozial in den Mund zu nehmen. Das manche nicht mal die Bedeutung des Wortes kennen, schockiert mich persönlich um so mehr (warum werfe ich mit Wörtern um mich, dessen Bedeutung ich nicht kenne?). So wird aus dem netten Jungen deren Mutter allein erziehend ist und er schlicht kein Geld hat um sich Markenklamotten zu kaufen schnell ,,der dumme Assi“ und auch aus dem netten Mann mittleren Alters, der nicht mehr arbeiten kann weil er einen Hüftschaden hat und nun Sozialhilfe bekommt wird ,,der schmarotzende Assi“ und warum? Weil jeder von uns nur das an den Menschen sieht was er sehen will. Das die Mutter des Jungen sich Tag für Tag durch einen mies bezahlten Job quält um Essen und Miete zu bezahlen sieht keiner. Das der Mann mittleren Alters den Hüftschaden hat weil er einen schweren Verkehrsunfall hatte, bei dem der Unfallverursacher sturz betrunken war sieht niemand.

Viele nehmen das Wort asozial in den Mund, ohne überhaupt die Bedeutung zu kennen, ohne den Menschen zu kennen den sie dort grade beleidigen. Asozial bedeutet Anti-sozial, also schlicht und ergreifend nicht sozial.

Aber wer sagt mir denn ob der Mann der den Hüftschaden hat, mir nicht helfen würde, wenn ich zum Beispiel auf der Straße liegen würde und zusammen gebrochen wäre?  Wer sagt mir das der Junge der eben keine Markenklamotten trägt, nicht dazwischen gehen würde wenn mich jemand Fremdes auf der Straße angreift? Eben niemand!

Für mich sind Menschen asozial wenn sie keine soziale Ader haben, nein das bedeutet nicht an jede Organisation Geld spenden sondern im Rahmen des mir möglichen helfen.

  • Wenn ich sehe die alte Dame im Bus hat keinen Sitzplatz, biete ich ihr meinen an.
  • Wenn ich sehe, das auf dem Schulhof gemobbt wird, schaue ich nicht weg sondern gehe dazwischen.
  • Wenn ich sehe, ein Mensch wird körperlich angegriffen rufe ich die Polizei

Das sind nur drei Beispiele um zu verdeutlichen was ich mit soziale Ader meine. Für mich kommt es nicht darauf an ob und wie viel Geld der Mensch hat sondern für mich kommt es darauf an das der Mensch ein gewisses Sozialverhalten hat, ich bin auch kein oberflächlicher Mensch, ich schaue immer auch hinter die Fassade schade ist nur das die meisten Menschen das irgendwie nicht so tun.

Aber was erwartet man von einer Gesellschaft die kein Ausbrechen mehr erlaubt? Die so von Geld, Macht und Aussehen regiert wird? Richtig nichts! Um so mehr bin ich immer wieder begeistert, Menschen zu finden die von der Norm abweichen und sich nicht den Gesellschaftsmist anpassen.

Leider, so empfinde ich das, ist asozial das neue Modewort meiner Generation geworden, warum auch immer.

 

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